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Freies WLAN: So installiert Ihr Euren ersten Freifunk-Router

Vor kurzem habe ich noch über das Freifunk-Projekt berichtet. Mit relativ wenig Investitionen kann man hier seinen Teil dazu beitragen, die WLAN-Wüste Deutschland (zumindest, was das freie, öffentliche WLAN angeht) ein wenig zu begrünen. Ein alter Router aus der eigenen Grabbelkiste oder für einen überschaubaren Obolus plus ein wenig Bandbreite Eures Internet-Anschlusses und ein paar Minuten der eigenen Freizeit: Mehr braucht es bei diesem Mitmach-Projekt nicht, um einen öffentlichen Hotspot aufzubauen, der Euch in Sachen Störerhaftung dank eines VPN-Tunnels auch aus selbiger herausnimmt. Wie das im einzelnen geht, möchte ich nachfolgend nun zeigen!

Die Ausgangslage ist immer dieselbe: Habt Ihr bereits einen Router übrig oder wollt Ihr einen für das Projekt anschaffen, solltet Ihr vorab die Kompatibilität des Gerätes mit der Freifunk-Firmware prüfen. Hier in Borken im Münsterland (Domäne 26) geht das über diesen Link: Einfach auswählen, ob Ihr einen neuen Router installieren oder einen bestehenden aktualisieren wollt und in welcher Region das Gerät zuhause ist. Dann den Hersteller und das passende Modell – wenn vorhanden – aussuchen und mit einem Klick auf „Download Firmware“ bekommt Ihr das spezifische Freifunk-Firmware Image Eures Routers.

01freifunk_firmware

In meinem Fall habe ich mich für einen TL-WR841N von TP-Link entschieden und begab mich nach der Erstinbetriebnahme erst einmal mit den Standard-Daten auf die Web-Oberfläche des Geräts. Hier ist das die IP 192.168.0.1 mit den Standard-Logindaten des Routerherstellers:

02freifunk_tp_link_login

Navigiert dann im Bereich „System Tools“ in den Bereich „Firmware Upgrade“

03freifunk_tp_link_firmware

Hier wählt Ihr dann die kurz vorher heruntergeladene, spezifische Freifunk-Firmware Eures Routers aus:

04freifunk_tp_link_firmware_neu

Klickt dann anschließend auf „Upgrade“ – es folgt die unweigerliche und obligatorische Rückfrage, ob Ihr das denn auch wirklich tun wollt.

05freifunk_tp_link_firmware_update

Nun folgt die Fortschrittsanzeige, die nach einiger Zeit einen Neustart des Routers / Access Points initiiert. Nach einer kurzen Wartezeit kann es weitergehen: Greift Euch also eine neue IP-Adresse, indem Ihr den Lease erneuert oder das Netzwerkkabel kurz ab- und wieder ansteckt – der Effekt ist der gleiche.

06freifunk_tp_link_firmware_upgrade_in_progress

Gebt nun als Adresse „http://192.168.1.1“ im Browser ein – Ihr landet dann auf dem Setup-Bildschirm der Freifunk-Firmware, die jetzt sozusagen in top auf Eurem Gerät aufgespielt ist.

07freifunk_tp_link_einrichtung

Ihr dürft dem Knoten nun also zunächst einen Namen zuweisen – dieser ist frei wählbar. Tipp an dieser Stelle: Orientiert Euch einfach an den Namenskonventionen der Freifunk-Netze Knoten in Eurer Umgebung. Diese findet Ihr in der aktuellen Übersicht – im Bereich Münsterland hier. Habt Ihr in Eurer Umgebung beziehungsweise der Reichweite Eures Knotens keine anderen Freifunker, müßt Ihr den Haken bei „Internetverbindung nutzen“  setzen. Dann wird der Internetzugang nicht via Mesh-Funktion (quasi von Access Point zu Access Point) hergestellt, sondern geht direkt via VPN über Eure Internetverbindung ins Netz. Die Bandbreite, die Ihr abzwacken könnt bzw. abzwacken lassen wollt, dürft Ihr in Sachen Down- und Upstream natürlich entsprechend hinterlegen.

Es macht auch Sinn, den neuen Knoten auf der Karte anzeigen zu lassen – hierfür benötigt Ihr dann die genauen Koordinaten plus Höhe über NN, die Ihr beispielsweise via Google Maps beziehen könnt: Sucht die entsprechende Adresse, klickt mit rechts auf die Karte und wählt die Option „Was ist hier?“ aus – da sind die Koordinaten! Auch die optionale Angabe einer Kontakt-E-Mail-Adresse schadet nicht, falls es mal Probleme mit dem Knoten gibt.

Wer einen SSH-Zugang zu seinem Router haben möchte, muss zudem anfangs rechts oben auf den „Expertenmodus“ umschalten. Dort kann man dann seinen SSH-Key oder einfach ein Passwort hinterlegen, mit dem man dann über SSH auf den Router zugreifen kann. Zusätzlich empfiehlt es sich auch, die automatischen Firmware-Updates aktiviert zu lassen, wenn im Freifunk-Netz wieder eine Aktualisierung ansteht. Nach einem Klick auf „Speichern & Neustarten“ seid Ihr mit der Ersteinrichtung durch und technisch schon ein Teil des Netzes.

08freifunk_tp_link_einrichtung02

Nun folgt – abschließend – noch ein wenig Verwaltungsaufwand: Schreibt eine Mail an den Knotenbetreiber und gebt dort den Namen des Knotens und eben die etwaige Kontakt-/E-Mail-Adresse an. Das Feedback dazu sollte zeitnah erfolgen und Euer Gerät sollte für das Freifunk-Gateway freigeschaltet sein. Schließt nun Euren WLAN-Router über den WAN-Anschluss (bei meinem TP-Link ist dieser blau) an Euren bestehenden Router oder eine äquivalente Internetverbindung an: Fertig! Ist der Knoten online, taucht er auch in der offiziellen Karte Eurer Freifunk-Domäne auf und man kann diverse Statistiken darüber aufrufen, wenn man darauf klickt.

09freifunk_tp_link_karte

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Stolzer Familienvater. Digital Native und chronischer Device-Switcher. Multimedia-Freak. UK-Fan, auch mit Brexit. Blogger mit stets zu wenig Zeit. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hauptberuflicher IT-Consultant- & Vertriebler. Auch zu finden bei XING. Dieser Artikel hat einen Job oder zumindest Euren Seelenfrieden gerettet und gegebenfalls sogar für Kurzweil gesorgt? Die PayPal-Kaffeekasse freut sich - dankeschön!

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