• Homepage
  • >
  • Blog
  • >
  • Google Public DNS – alternative DNS-Server für alle?

Google Public DNS – alternative DNS-Server für alle?

Google ist nicht nur unsere liebste Suchmaschine, sondern für viele auch die Datenkrake der Neuzeit. Eins kann man den Denkern aus Mountain View allerdings nicht vorwerfen – das sie das Internet nämlich nicht revolutioniert hätten. Was früher eine reine Suchmaschine war, ist heute ein digitales Framework mit unzähligen – mal mehr, mal weniger – sinnvollen Diensten. Neu hinzugekommen ist bereits seit längerer Zeit der Google Public DNS, ein freier Nameserverdienst, den ein jeder anstatt der Nameserver des eigenen Providers nutzen kann und der durch verschiedene Techniken das Surfen schneller und sicherer machen soll – doch zu welchem Preis? Dieser Artikel geht auf Google Public DNS und die Idee dahinter ein versucht, ein objektives Bild über einen weiteren Google-Dienst zu schaffen.

„DNS“ steht für „Domain Name System“ und sorgt als wohl einer der wichtigsten Dienste des Internets dafür, das IP-Adressen wie 209.85.229.104, die sich kaum jemand in grösserer Menge merken kann, in so bekannte Klartextadressen wie www.google.de umgewandelt werden – ohne DNS wäre das Internet also eine wirre Anhäufung von Zahlen und an ein Surfen wie wir es heute gewohnt sind, wäre nicht möglich. Jeder Internetprovider bringt seine eigenen DNS-Server mit, die grösstenteils automatisch bei der Einwahl verteilt werden und so musste der User bisher keine Hand anlegen.

Um Google Public DNS zu nutzen, müssen am Einwahl-PC bzw. am Router anstatt der automatisch zugewiesenen DNS-Einträge einfach die Google-Server 8.8.8.8 und 8.8.4.4 eingetragen werden – mehr nicht. Damit wird sichergestellt, dass jegliche Namensanfragen im Internet – und das sowohl bei direkt besuchten Seiten als auch nachzuladenden Seiten und Inhalten – direkt und primär über die Google-Server getätigt werden. Da jede Anfrage Zeit kostet und kleinere Provider ihre Nameserver nicht so zeitnah aktualisieren können, wie es eigentlich sein sollte, springt Google hier also in die Bresche und möchte der Internetwelt nicht nur erneut einen weiteren Bärendienst erweisen, sondern auch Prävention betreiben.

„Prävention wovor?“ mag der ein oder andere sich jetzt fragen. Prävention vor DNS-Spoofing, einer der neuen Abarten des Internets, bei der gezielt DNS-Anfragen auf manipulierte IP-Adressen umgeleitet werden – das ein oder andere Land auf dieser Erde nutzt übrigens genau diese Technik in „legaler“ Form zur Internetzensur, aber das sei nur am Rande erwähnt. Wie möchte Google also verhindern, das dies auch über Google Public DNS geschieht? Laut Unternehmensangaben soll Google Public DNS nicht nur gegen das Spoofing, sondern auch gegen Denial-of-Service (DoS)-Attacken schützen, indem der bisherige Standardnetzwerkport 53 dynamisch geändert wird und nie gleich bleibt – durch eine interne Prüfung der angefragten Webseiten wird dann noch zusätzlich eine weitere Sicherheitsstufe eingebaut.

Die Frage, was Google mit den gesammelten Daten macht, kommt auch bei diesem Produkt wieder auf, denn als kommerziell ausgerichtetes Unternehmen revolutioniert Google nicht nur das Internet, sondern möchte davon natürlich auch etwas haben – laut eines Unternehmenssprechers verweilen aber die jeweiligen Anfragen und Quell-IP-Adressen nur 48 Stunden im Cache und werden dann gelöscht, parallel erfolgt kein Black- oder Whitelisting von angefragten Webseiten, was – so Google – den uneingeschränkten Zugriff zum Internet ermöglicht. Die Google-Kritiker werden somit einmal mehr mit einem Entsetzensschrei diesen neuen Dienst kommentieren, die Internet-Community wird aber auch diesen Vorstoss, das Web schneller zu machen, begrüssen. Wie so oft bei Google ist es halt so, das es viele Dienstleistungen der Schmiede aus Kalifornien gibt, die jeder nutzen kann, aber nicht MUSS. Und in Sachen Geschwindigkeit tut sich übrigens – gefühlt subjektiv – etwas, denn auch wenn der Unterschied zwischen den 51 Milisekunden Antwortzeit meines Providers und den 35 Millisekunden von Google Public DNS nur ein Hauch von Nichts liegt, so bringt der neue Google-Dienst doch ein kleines Plus an Geschwindigkeit!

Wer mag, kann mehr Informationen über Google Public DNS auf der offiziellen Internetseite (http://code.google.com/speed/public-dns) finden und das Ganze einmal selbst testen – sinnigerweise sollte vor Änderungen an der eigenen Umgebung selbstverständlich alle Einstellungen dokumentiert werden, sollte man sich dann doch gegen Google Public DNS entscheiden!

  • facebook
  • googleplus
  • twitter
  • linkedin
  • linkedin
  • linkedin

Stolzer Familienvater. Digital Native und chronischer Device-Switcher. Multimedia-Freak. UK-Fan, auch mit Brexit. Blogger mit stets zu wenig Zeit. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hauptberuflicher IT-Consultant- & Vertriebler. Auch zu finden bei XING. Dieser Artikel hat einen Job oder zumindest Euren Seelenfrieden gerettet und gegebenfalls sogar für Kurzweil gesorgt? Die PayPal-Kaffeekasse freut sich - dankeschön!

  • facebook
  • twitter
  • googleplus
  • linkedIn
  • instagram
  • telegram

1 Kommentar

Kommentar verfassen