Kerio Connect auf einem Debian 8-System installieren

Wer den Kerio Connect Mailserver nicht auf einem Windows- oder Mac-System installieren möchte und Linux bevorzugt, hat – zumindest als Nutzer von VMware – die Möglichkeit, die Vorlage einer virtuellen Maschine schnell bereitzustellen. Nutzt man allerdings einen anderen Hypervisor oder gar noch einen nicht virtualisierten Linux-Server, bleibt nur die manuelle Installation. Wie das auf einem aktuellen Debian 8-System geht, möchte ich Euch nachfolgend zeigen.

Das Resultat am Ende ist das Gleiche: Ihr habt einen fertig installierten Kerio Connect-Mailserver, der über Port 4040 im Browser (https://servername:4040) weiter konfiguriert werden kann. Anders als bei der Appliance kann man aber hier aus dem Vollen schöpfen, was den bereitgestellten Speicherplatz oder das generelle Gefühl angeht, mehr vom System zu wissen, als es bei einer OVF-Vorlage der Fall ist. Jeder, wie er mag – beim vorliegenden Beispiel lief der Linux-Server unter Hyper-V auf einem Windows Server 2012 R2, so dass hier marginale Handarbeit angesagt war.

Im ersten Schritt gilt es, den – je nach Installationsumfang – vorhandenen exim4-Mailserver von Debian zu deinstallieren, damit dieser nicht mit den Diensten der Kerio-Installation kollidiert. Dies geschieht durch den Befehl

sudo apt-get remove exim4-base

Ist das erfolgt, müßt Ihr einmal die von Kerio benötigten Softwarepakete nachinstallieren. Hier bringt Euch der Befehl

sudo apt-get install locales-all libsensors4 sysstat

ans Ziel: Nach Bestätigung der Sicherheitsabfrage werden die gewünschten Pakete installiert.

Nun holen wir uns das aktuelle .deb-Installationspaket von der Kerio Connect-Webseite. Das habe ich durch die URL von der Downloadseite und dem „wget“-Befehl erledigt. Aktuell ist im Moment das Paket 9.2.2 Patch 1, die URL lautet also http://download.kerio.com/dwn/kerio-connect-linux-64bit.deb. Ein

wget http://download.kerio.com/dwn/kerio-connect-linux-64bit.deb

lädt dann also die aktuelle Version herunter:

Diese könnt Ihr dann nach dem Download direkt durch Eingabe von

sudo dpkg -i kerio-connect-linux-64bit.deb

installieren:

Das Ganze dauert ein paar Sekunden, nachfolgend startet dann der Kerio Connect Configuration Wizard.

Habt Ihr diese Initialkonfiguration hinter Euch gebracht, geschieht das eigentliche Einrichten samt grundlegender Funktionen und Lizenzierung komfortabel über den Browser Eures Vertrauens. Solltet Ihr derweil Kerio Connect separat stoppen oder starten wollen, geht dies über die Befehle „sudo service kerio-connect stop“ bzw. „start“, wobei der systemd unter Debian das Starten beim Booten nach erfolgter Installation bereits sauber intergriert.

Wer derweil die vorhandenen Sendmail-Dateien auch an die des Kerio anpassen möchte, um beispielsweise eine gewisse Integrität zu wahren (alle Maildienste kommen dann quasi aus einer Hand), kann dies dann durch die folgenden drei Befehle erwirken:

sudo mv /usr/sbin/sendmail /usr/sbin/sendmail-old
sudo cp /opt/kerio/mailserver/sendmail /usr/sbin/sendmail
sudo cp /opt/kerio/mailserver/lib* /lib/

Am Ende des Weges steht dann – ob auf dem Mac, Windows oder unter Linux (ganz gleich, ob die Vorlage oder die jeweiligen Linux-Installationsroutinen genutzt wurden) ein lauffähiger Kerio Connect Mailserver. Viel Spaß damit!

 

 

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Stolzer Familienvater. Digital Native und chronischer Device-Switcher. Multimedia-Freak. UK-Fan, auch mit Brexit. Blogger mit stets zu wenig Zeit. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hauptberuflicher IT-Consultant- & Vertriebler. Auch zu finden bei XING. Dieser Artikel hat einen Job oder zumindest Euren Seelenfrieden gerettet und gegebenfalls sogar für Kurzweil gesorgt? Die PayPal-Kaffeekasse freut sich - dankeschön!

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