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Social Media-Studie von Kaspersky: Wie sich Facebook und Co. auf Beziehungen auswirken

Soziale Netzwerke sind heute Teil unseres Lebens und ob wir wollen oder nicht: Viele von uns kommen mit ihnen in Verbindung und wer sich bisher tapfer dagegen wehrte, sieht spätestens bei den eigenen Kindern eine Social Media-Front, die sich auftut. Die Fragen, ob sich soziale Netzwerke auf unsere Beziehungen zu Kindern, Eltern, Partnern und Freunden auswirken, stellt(e) sich daher jeder schon einmal. Ein überraschendes Detail offenbart eine aktuelle Studie von Kaspersky Lab, denn demnach bringen peinliche Social-Media-Fotos von Eltern eher die Kinder auf die Palme als umgekehrt.

Persönlich befinde ich mich da aktuell am Scheideweg: Unsere größte Tochter ist mittlerweile neun Jahre alt und wird nach dem Sommer auf eine weiterführende Schule wechseln. Bereits heute sind Themen wie das dann (natürlich) anzuschaffende Smartphone oder saloppe Aussagen wie „Das-lade-ich-dann-hoch-und-stelle-es-ins-Internet“ schon Grund für die ein oder andere familieninterne Grundsatzdiskussion, denn auch als Tekkie möchte ich auch bei meinem Nachwuchs eher auf Vertrauen setzen. Die Alternative: SafeDNS und Keywordfilter im heimischen Netzwerk – das muss aber nicht sein und ist auch ein anderes Thema. Wenn man sich selbst vor sozialen Netzwerken nicht verschließt, darf man das auch von den Kids nicht verlangen und sollte hier eher auf bewußte Sensibilisierung setzen, was sich im Alltag nicht unbedingt leicht gestaltet.

An dieser Stelle setzt die internationale Studie von Kaspersky Lab mit dem Titel „Have we created unsocial media? How social media affects our lives and mood“ an und zeigt, dass in jeder fünften Familie (20,9 Prozent) die Kinder bereits einmal peinliche Fotos ihrer Eltern in sozialen Netzwerken entdeckt haben, was zum Familienunfrieden geführt hat. Man betrachtet das Thema also von der anderen Seite: Nicht die „Kleinen“ sind im Fokus, sondern eher die Großen. Das Klischee von Selfie-süchtigen Jugendlichen, die betrunken oder halbnackt im Netz posieren und dort von ihren Eltern ertappt werden, entspricht dagegen deutlich weniger häufig der Realität (14,4 Prozent) als erwartet. Fast ebenso häufig (15,7 Prozent) gibt es in Familien Streß zwischen Partnern wegen kompromittierenden Bildern auf Social Media – heute eben keine Seltenheit mehr.

Zwischenmenschliche Beziehungen scheinen sich somit zu verändern. So kommunizieren 30,5 Prozent der Befragten im richtigen Leben nun weniger mit ihren Eltern, 33,4 Prozent weniger mit ihren Kindern, 23,4 Prozent weniger mit ihrem Partner und 35,4 Prozent weniger mit ihren Freunden als früher. Der Grund: Über soziale Netzwerke und Hilfsmittel via Skype & Co. kann man sich eben auch sehen und miteinander kommunizieren. Trotzdem sehen fast alle von Kaspersky Lab Befragten keine grundsätzliche Verschlechterung der direkten Beziehung zueinander aufgrund Sozialer Netzwerke.

„Studien legen nahe, dass digitale Kommunikation die Kommunikation im echten Leben ergänzt. In einer globalisierten und mobilen Welt werden Familien und Beziehungen räumlich immer weiter getrennt. Die digitale Kommunikation kann diese räumliche Kluft allerdings auch überbrücken helfen“, erklärt Dr. Astrid Carolus, Medienpsychologin an der Universität Würzburg. „Doch werden wir damit den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch nicht dauerhaft und vollständig ersetzen können. Digitale Kommunikation läuft über weniger Sinne und reicht qualitativ nicht an wirkliche Kommunikation heran. Digitale Kommunikation vermittelt zwar große Nähe, blendet allerdings oft Negatives aus. Sie kann falsch oder überinterpretiert werden.“

Des Weiteren bieten soziale Medien nicht nur Spaß und Unterhaltung. Sie können auch zu Cyber-Depression oder -Frust führen. Etwa dann, wenn Nutzer ihr eigenes Leben andauernd mit dem virtuellen – und vermeintlich besseren – Lifestyle ihrer Freunde vergleichen. Auf der Suche nach sozialer Anerkennung, die vor allem Männer gerne an der Anzahl von Likes messen, werden leichtfertig Szenen aus dem Privatleben gepostet, die besser nicht bekannt werden sollten – auf Kosten von Datenschutz und Cybersicherheit für sich selbst, Familie oder Freunde. „Problemtisch wird es dann, wenn Aspekte des Datenschutzes und der Cybersicherheit unter den Tisch fallen, weil die Natur sozialer Netzwerke darauf ausgerichtet ist, dass Nutzer viele Informationen von sich preisgeben“, so Holger Suhl, General Manager DACH bei Kaspersky Lab. „Wir raten Social-Media-Nutzern dazu, beim Posten mehr auf mögliche Cybergefahren zu achten und private Informationen nicht ohne weiteres zu teilen; nicht zuletzt, weil es auch zu besseren Beziehungen im realen Leben führt.“

Die Online-Umfrage, auf der die Studie basiert, wurde von Kaspersky Lab in Auftrag gegeben und vom Umfrageunternehmen Toluna im Zeitraum Oktober/November 2016 durchgeführt. Dafür wurden 16750 Personen über 16 Jahren aus 18 Ländern befragt, Deutschland wurde dabei mit 1000 Teilnehmern berücksichtigt. Dabei waren Männer und Frauen gleich vertreten – für eine weltweite Vergleichbarkeit und Konsistenz wurden die Daten zusätzlich gewichtet. Die weltweiten Ergebnisse der Studie „Have we created unsocial media? How social media affects our lives and mood“ sind zum Nachlesen unter https://blog.kaspersky.com/digital-depression/13781/ verfügbar.

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