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Sophos-Studie: Großbritannien ist weltweit die Ransomware-Hochburg der digitalen Welt

Seit der WannaCry-Attacke kommt das Thema „Ransomware“ nicht mehr aus den Schlagzeilen. Unternehmen müssen schlichtweg akzeptieren, dass diese Form der Schadsoftware dauerhaft für Probleme sorgen und die tägliche Arbeit der IT-Sicherheitsexperten noch eine Weile dominieren wird – zumindest, bis auch dieses Schädlings-Pferd totgeritten wurde.

Im Rahmen einer aktuellen Studie nahmen die SophosLabs die produktivsten Ransomware-Familien und Angriffsvektoren über einen Zeitraum von sechs Monaten unter die Lupe. Das Ergebnis war eine grafische Übersicht von Oktober 2016 bis April 2017., wobei die Analyse noch nicht den WannaCry-Ausbruch von Mitte Mai 2017 beinhaltete. Zunächst nahmen die Experten spezifische Ransomware-Familien unter die Lupe: Cerber war für die Hälfte aller Aktivitäten während der Beobachtungsperiode verantwortlich – WannaCry dürfte in kommenden Analysen eine ähnliche Größenordnung erreichen. Auf Locky fallen immerhin noch knapp ein Viertel aller Aktivitäten (24 Prozent).

Der Erpressertrojaner Cerber – nicht ohne Grund nach dem mehrköpfigem Höllenhund Cerberus benannt, der in der griechischen Mythologie die Unterwelt bewacht – durchlief beispielsweise zahlreiche Mutationen. Er wurde gezielt entwickelt, um Sandboxing und Antiviren-Programme zu umgehen. Eine Version verbreitete sich zum Beispiel via Spam-Mails, getarnt als Paket-Lieferankündigung. Die Ransomware Locky wiederum hat mittlerweile eine Historie in der Neubenennungen wichtiger Daten seiner Opfer, so dass diese mit dem Fortsatz .locky. enden. Wie bei Cerber auch haben sich die Vorgehensweise und das Aussehen über die Zeit immer wieder gewandelt.

Weltweit betreffen die größten Ransomware-Aktivitäten Großbritannien (34 Prozent), gefolgt von Belgien (20 Prozent), den Niederlanden (14 Prozent) und den USA (13 Prozent). Nach Italien und Frankreich steht Deutschland mit einer anteiligen Bedrohungsquote von unter 1 Prozent an Platz 7. Nach der Überprüfung der Attackenfrequenz nahm sich SophosLabs die Verbreitungsmethoden und Evolutionskreisläufe von Malware vor. Dabei kristallisieren sich verschiedene Verbreitungswege heraus: Spam, Web-Malvertisement (schadhafte Werbung auf einer Website) und Drive-by-Downloads, also das unbewusste Herunterladen von Malware.

Die vorherrschende Angriffstaktik von Ransomware war das Versenden von Email-Anhängen. Besonders beliebt dabei sind klassische PDFs und Office-Dokumente. Im Dezember 2016 ließ sich zudem ein auffallend starker Spam-Rückgang feststellen. „Das hat möglicherweise mit dem stillgelegten Botnet Necurs zu tun“, so Michael Veit, Security Experte bei Sophos. „Das heißt aber nicht, dass da nicht noch etwas vor sich hinschlummert und den nächsten Ausbruch vorbereitet.“. Entsprechend wichtig ist gebetsmühlenartige Nennung der klassischen Prävention, die eigentlich jeder kennen und beherzigen sollte:

  1. Trauen Sie dem gesunden Menschenverstand und öffnen Sie bei Zweifeln keine Datei oder E-Mail-Anhänge
  2. Erstellen Sie regelmäßige Backups Ihrer Daten und legen Sie diese in einen eigens verschlüsselten Bereich, auf den nur der Backup-User Zugriff hat
  3. Spielen Sie stetig und konstant Updates und Sicherheits-Patches ei
  4. Stellen Sie auf Ihrem Endgerät ein, dass Dateiendungen auf den ersten Blick zu sehen sind, so dass man sie nicht extra anklicken muss und damit möglicherweise Malware öffnet

Trotz aller Vorsicht und technischen Möglichkeiten sitzt bekanntermaßen der Fehler immer zwischen Bildschirm und Bürostuhl, das sollte man bedenken und sich und sein Nutzungsverhalten auch stetig selbst kritisch hinterfragen.

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Stolzer Familienvater. Digital Native und chronischer Device-Switcher. Multimedia-Freak. UK-Fan, auch mit Brexit. Blogger mit stets zu wenig Zeit. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hauptberuflicher IT-Consultant- & Vertriebler. Auch zu finden bei XING. Dieser Artikel hat einen Job oder zumindest Euren Seelenfrieden gerettet und gegebenfalls sogar für Kurzweil gesorgt? Die PayPal-Kaffeekasse freut sich - dankeschön!

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