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Virtuelle Maschinen trotz BIOS-Lock mit ROK-Keys installieren

Der Ein oder Andere wird dieses Problem bereits kennen: Microsoft-Betriebsysteme können von Serverherstellern als sogenanntes Reseller Option Kit (ROK) bezogen werden. Die sind günstiger als „normale“ Lizenzen, sind aber speziell auf die jeweilige Hardware angepasste Versionen des entsprechenden Betriebsystems. Eigentlich entspricht diese Version der bekannten Microsoft System Builder Version, unterscheidet sich aber im Preis und kann auch unabhängig von der Hardware (also nicht als OEM-Version) erworben werden. Der Haken ist eben die Hardwarebindung, im Fachjargon auch als „BIOS-Lock“ bezeichnet – Ihr könnt genau diese Versionen auch nur auf Hardware des jeweiligen Herstellers installieren.

Heisst im Klartext: Eine ROK-Variante von Fujitsu kann auch nur auf Fujitsu-Hardware installiert werden, der jeweilige Produkt-Key muss vom Endanwender auf der Hardware angebracht und manuell aktiviert werden. Der Stolperstein: Die virtuelle Plattform – hier VMware – die eben nicht erkennen möchte, dass hier ein Fujitsu-Server vorliegt. Logisch, denn VMware bringt sein eigenes BIOS und somit eine virtuelle Umgebung mit, die eben nicht Fujitsu ist, auch wenn die Nutzung der Lizenz auf der Hardware rechtlich in Ordnung ist.

Das war bereits bei Windows Server 2008 R2 so und ist auch beim Server 2012 R2 noch aktuell. Die Installation eines solchen Datenträgers, auf dem sich die Software samt BIOS-Lock befindet, wird seitens der Installationsroutine entsprechend quittiert und man guckt augenscheinlich erst einmal in die Röhre. Pustekuchen? Denkste! Durch Editieren der .VMX-Datei der jeweiligen virtuellen Maschine kann man diesen Effekt beheben und somit das gewünschte Betriebssystem auch auf virtueller Hardware zum Laufen bekommen. Was Ihr tun müsst? Navigiert einfach in den Datastore, auf dem der Ordner Eurer virtuellen Maschine liegt und ladet die jeweilige .VMX-Datei herunter. Anschließend öffnet Ihr Sie mit dem Editor Eurer Wahl – nun könnt Ihr der Textdatei den ein oder anderen Parameter hinzufügen.

Für Betriebssysteme vor dem Server 2008 R2 reicht es, am Ende der Datei die Zeile

SMBIOS.reflectHost = „TRUE“

einzufügen. Betriebssysteme, die jünger als Windows Server 2008 R2 sind, sollten durch die beiden Einträge

SMBIOS.reflectHost = „TRUE“

SMBIOS.noOEMStrings = „TRUE“

entsprechend in die Spur finden und je nach Hardware-Hersteller – hier Fujitsu – rundet die Zeile

smbios.addHostVendor = „TRUE“

das Ganze entsprechend ab:

02_Fujitsu_OEM_Vmware_Editieren

Speichert nun die editierte Datei ab und ladet Sie erneut in das Ursprungsverzeichnis hoch – dabei überschreibt Ihr natürlich die vorhandene .VMX-Datei, nicht aber ohne – sicher ist sicher! – vorher davon eine Sicherheitskopie gemacht zu haben. Ein Neustart der virtuellen Maschine sollte nun die Installation problemlos und wie gewohnt weiterlaufen lassen, der BIOS-Lock stört uns an dieser Stelle nicht mehr.

Im Beispiel wurde dies mit Fujitsu-Hardware unter VMware VSphere 5.5 getestet, funktioniert aber natürlich auch mit ähnlichen Konstellationen und anderen Hardware-Herstellern. Die einzelnen Punkte sind im Readme der angepaßten und herstellerspezifischen (hier: Erneut Fujitsu) ESXi-Images noch einmal genauer beschrieben und weisen auch noch einmal darauf hin, dass keine automatische Aktivierung des installierten Windows-Systems erfolgt, sondern diese durch den Anwender separat mit Hilfe des beigelegten Produkt Keys erfolgen muß.

Viel Erfolg!

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Stolzer Familienvater. Digital Native und chronischer Device-Switcher. Multimedia-Freak. UK-Fan, auch mit Brexit. Blogger mit stets zu wenig Zeit. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hauptberuflicher IT-Consultant- & Vertriebler. Auch zu finden bei XING. Dieser Artikel hat einen Job oder zumindest Euren Seelenfrieden gerettet und gegebenfalls sogar für Kurzweil gesorgt? Die PayPal-Kaffeekasse freut sich - dankeschön!

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